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Housekeeping: Fotos mit Photoshop „aufräumen“

Die Frage nach der vertretbaren Menge an Bildbearbeitung führt unter Fotografen immer wieder zu Diskussionen. Bei dieser Frage geht es mir primär nicht um Themen wie Farbkorrekturen, sondern der grundsätzliche bildverändernde Eingriff in ein Foto. Darf ich Elemente im Foto entfernen bzw. hinzufügen? Darf ich Menschen aufhübschen? Mir fällt es schwer diesbezüglich eine universelle Antwort auszusprechen. Die Antwort würde ich grundsätzlich abhängig machen wollen von der jeweiligen Fotografiekategorie. Im Bereich der Streetfotografie würde ich versuchen die Bildbearbeitung auf ein Minimum zu beschränken, soll diese doch ein Abbild der Realität wiedergeben. Exemplarisch möchte ich die Negativ Schlagzeilen benennen bezüglich dem weltweit bekannten Straßenfotografen Steve McCurry. Journalisten deckten auf, dass in diversen seiner veröffentlichten Fotos grundlegende Elemente im Hintergrund entfernt bzw. optimiert wurden. Der Aufschrei war groß. McCurry hätte mit Photoshop die Grenzen des Berufs der Reportagefotografie überschritten. McCurry entgegnete der Kritik mit der Aussage, dass er sich nicht als Fotojournalist versteht, sondern als „visueller Storyteller“. Mit der Aussage würde ich gerne den Brückenschlag machen zur Hochzeitsfotografie.  Der Begriff „visueller Storyteller“ gefällt mir in dem Zusammenhang recht gut. Man sollte sich  grundsätzlich die Frage stellen, für wen man solche Fotos erstellt? Für uns selber als Fotograf? Sicherlich teilweise auch. Aber primär doch für das Hochzeitspaar und sollte nicht das Paar ein Anrecht haben auf ein Optimum an Fotoästhetik? Man will sich mit diesen Fotos ein lebenlang an einen der schönsten Tage seines Lebens erinnern und dann sollte doch nichts dagegen sprechen

– die unnötige Mülltonne auf einem Foto zu entfernen
– den unschönen Stresspickel auf der Nase der Braut zu entfernen
– falls gewünscht: die Figur der Braut (des Bräutigams) um wenige Pfunde „dezent“ erleichtern.

Dies sind an der Stelle ein paar teilweise bewusst provokante Beispiele, die um viele weitere aber erweitert werden können.

Ich will an dieser Stelle mit einigen Beispielfotos einen Eindruck geben, welche grundsätzlichen Anpassungen ich vornehme. Diese exemplarischen Anpassungen führe ich gerne auf unter dem Begriff des Housekeepings. Jede Wohnung/jedes Haus bedarf einer gewissen Hausarbeit und muss regelmäßig aufgeräumt werden. Auch ein Foto bedarf dieser häuslichen Aufräumarbeit und sollte (falls notwendig) einen einmaligen Aufräumprozess durchlaufen. Ich erlaube mir mal frech zu sagen, dass ich teilweise Augenkrebs bekomme, wenn Fotografenkollegen Fotos veröffentlichen, die (anscheinend aus Faulheit oder auch Unwissenheit) nicht einmal begradigt werden.

Einige „Housekeeping“ Beispiele im Folgenden.

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