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Blitzen? Natürliches Licht? Was denn nun?

Wenn ich mir einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre erlauben darf, dann muss ich doch feststellen, dass ich unterschiedlichste fotografische Phasen hatte. Die Frage nach der richtigen oder besseren Methodik, wie man zu fotografieren hat, hätte ich wahrscheinlich entsprechend der jeweiligen Phase  wohl unterschiedlich beantwortet. Vielleicht ist das auch „gut so“. Gewisse Entwicklungsstufen sollten hilfreich sein, auch alle Facetten einer Thematik zu durchdringen. Man lernt Vor- und Nachteile einer jeden Technik zu verstehen.
Um ein Fazit vorwegzunehmen. Ich bin nicht so vermessen zu behaupten, dass meine aktuelle Sicht auf die Fotografie, die für mich für alle Zeiten gültige ist. Wer weiß, in welcher Phase ich mich in wenigen Jahren befinde und ich mir dann erlaube auszusprechen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ 🙂

#Color-Key

Mein erstes fotografisches Highlight vor vielen vielen Jahren „Colorkey“! Wie stolz ich war, als ich mit Photoshop die Blüten einer Rose in rot belassen, jedoch den Rest des Fotos in Schwarz/Weiss umwandeln konnte. Geil! Die Fotos schnell auf mein Handy übertragen und in jeder Situation musste ich all meinen Freunden meine Meisterwerke präsentieren. Ich hoffe, dass mittlerweile auch beim letzten Fotografen angekommen ist, dass diese Softwarespielerei wenig mit Fotografie am Hut hat. Sicherlich hat diese Technik seine Daseinsberechtigung (mittlerweile ist diese Funktion in vielen App’s bereits integriert oder sogar in der Kamera-Software) im fotografischen Hobbybereich, jedoch sollte man es doch heutzutage gerade im professionellen Bereich versuchen zu vermeiden.

#Bokeh

Es folgte meine Phase der Bokehfotografie. Halleluja! Ich wusste nun, wie ich es hinbekomme den Hintergrund eines Objektes unscharf zu fotografieren. Blende auf, nah dran und jedes Foto war auf einmal ein Kunstwerk. Ich fotografierte alles offenblendig, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Eine gewisse Ästhetik war den Fotos nicht abzusprechen, wohl war. Aber es gehört dann doch auch etwas mehr Bildinhalt dazu, als nur sinnfrei irgendetwas vom Hintergrund freizustellen.

#HDR

Nicht zu vergessen die HDR Zeit. Alles wurde nur noch in HDR geschossen. Mein Kamerastativ wurde mein ständiger Begleiter. Fotos gab es nur noch in Hochkontrast. Je übertriebener der Effekt eingesetzt wurde, umso besser konnte man andere beeindrucken. By the way: ich finde die HDR Technologie immer noch ziemlich spannend und nützlich. Nur sollte man vermeiden den HDR Look zu übertreiben. Mit einer gesunden Intensität lassen sich vernünftige und sinnvolle HDR Fotos erstellen.

#Blitzfotografie

Blitzen war für mich lange Zeit ein Buch mit 7 Siegeln. Viele Stunden Youtube Videos und Workshops brachten mich zu einem sinnvollen Einsatzszenario. Im Rahmen von Shootings vermied ich den klassischen Aufsteckblitz auf der Kamera, der ein recht hartes und direktes Licht auf Personen produzierte. Den Blitz über entsprechende Sender/Empfänger von der Kamera lösen und mit Softboxen das harte Blitzlicht in weicheres Licht umwandeln war ein für mich sinnvolles Einsatzszenario. Ich denke, dass ich gut 2-3 Jahre im Rahmen von Fotoshooting nahezu nur auf Blitzen setzte. Irgendwann reichte der eine Blitz von seiner Stärke her nicht und es mussten mehr her. Nahezu 4 Blitze kombinierte ich in einer Softbox. Einen großen Nachteil hatte das Ganze dann doch. Irgendwann fühlte ich mich mehr wie ein Packesel, als ein Fotograf. Das Equipment muss ständig mitgeschleppt werden. Das kostet Zeit und viel wichtiger, der reine mentale Fokus auf das eigentliche Fotografieren wurde ziemlich beeinträchtigt.

#Available Light

„Natürliches Licht“ war das Stichwort. Hört sich ja schon gut an. Halt „natürlich“. Es war gedanklich nicht einfach die Blitze testweise auch mal im Auto zu lassen. Aber siehe da. Es funktioniert. Es funktioniert nicht nur, sondern kann absolut klasse aussehen. Dies war eines meiner wichtigsten Erkenntnisse in der Zeit. Ich sage bewusst es „kann“ klasse aussehen. Der richtige Einsatz des Sonnenlichtes und die richtige Positionierung der Person(en) bedarf einiges an Übung und Verständnis für Licht, aber es ist kein Hexenwerk. Diese Art der Fotografie ist für mich aktuell auch weiterhin meine bevorzugte Art der Fotografie z.B. im Outdoor Bereich. Im Indoor Bereich kann natürliches Licht z.B. im Sinne von Fensterlicht ziemlich genial eingesetzt werden.

#Fazit

Nun will ich aber zum Abschluss das Blitzen nicht schlecht dastehen lassen. Ganz im Gegenteil. Gerade bei bewölktem Wetter kann natürliches Licht doch etwas langweilig wirken. Dann setze ich immer noch und gerne Blitze ein um ein bischen „Pepp“ ins Spiel zu bringen. Den richtigen Weg sollte aber jeder für sich finden und es ist sicherlich nicht schlimm in seiner Fotografen-Vita unterschiedliche Ansätze probiert zu haben.

 

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